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Der Geist Adolph Kolpings wehte über 90 Jahre lang in der Pfarrgemeinde Horhausen

Über 90 Jahre lang wehte der Geist Adolf Kolpings in der Pfarrgemeinde Horhausen durch Bildungs- und Aktionsgemeinschaften. Vermutlich wurde der Verein 1927 unter dem Vorsitz des damaligen Pfarrers Josef Michels von einigen Männern gegründet, die von der Idee Kolpings begeistert waren. Adolph Kolping (geboren 1813) sah die Armut vieler Menschen und war davon überzeugt, dass sie durch Bildung einen adäquaten Beruf erlernen und durch Einkommen mehr Wohlstand  erfahren können. 2019 musste sich allerdings die Horhauser Kolpingsfamilie auflösen, weil keine ausreichende Anzahl an Mitgliedern gewonnen werden konnte. Matthias Weber, der dem damaligen Vorstand angehörte, war jetzt zu Gast bei der Horhauser Seniorenakademie, blickte zurück auf die vielfältigen Aktivitäten des Vereins und Übergab der Seniorenakademie eine Spende aus dem ehemaligen Kassenbestand der Kolpingsfamilie.

Blick zurück: 1997 feierte die Kolpingsfamilie noch ihr 70 jähriges Bestehen. Vorsitzender war Helmut Klein (Bürdenbach). Geehrt wurden die Kolping-Veteranen Ludwig Brücker (Horhausen) und Robert Becker (Niedersteinebach). Zu den Männern, die sich ebenfalls für die Horhauser Kolpingsfamilie und deren Fortbestand eingesetzt hatten, gehörte auch Gottfried Oswald aus Krunkel, ebenso Johannes Schäfer. In den Gründerjahren gehörten eine Mandolinen-Gruppe zur Kolpingsfamilie und in den Horhauser Sälen wurde in den Zeiten, in denen es noch keinen Fernseher gab, Theater gespielt. Berühmt und beliebt war in den 1950er bis 19803er Jahren, der närrische Kolpings-Ball, kurz KoBa genannt, der alljährlich mit einem tollen Programm im Kaplan-Dasbach-Haus gefeiert wurde. Zu den Stars gehörten das legendäre „Comedy-Duo“ Werner Klein (Luchert) und Jürgen Becker (Horhausen) sowie Büttenstar Martina Nell (Peterslahr). Weitere Aktivitäten waren Skatturniere für den Bezirk Rhein-Wied, Gruppenreisen nach Berlin und Rimbach, unzählige Jugendgruppenstunden (Jungkolping) sowie gesellige Stunden mit den Mitgliedern und deren Familien. In den späten 1970er Jahren und 1980er gelang, durch Initiativen von Hubert Oswald und Johannes Schäfer, die Gründung einer Jungkolping-Gruppe mit 15 jungen Mitgliedern.  Diese „modernisierten“ den KoBa und organisierten die Jugenddisco mit Günthers Disco-Maschine im Kaplan-Dasbach-Haus.

Hintergrund: DER SCHUSTER BLIEB NICHT BEI SEINEN LEISTEN - Zwischen der Geburt Adolph Kolpings 1813 in Kerpen und dem Tod 1865 in Köln liegen für den Sohn eines Lohnschäfers 52 Jahre eines ungewöhnlichen Le­bens. Es beginnt mit Dorfschule, üblicher Lehre und sieben Jahren als Geselle im Schuhmacherhandwerk. Doch Kolping liest viel, er will mehr. Mit 24 Jahren beginnt er als Pennäler auf dem Kölner Marcellen-Gymnasium, macht 1841 Abitur, studiert Theologie und wird 1845 in der Kölner Minoritenkirche zum Priester geweiht. Als Kaplan in Elberfeld lernt er den ersten Gesellenverein kennen, wird dessen Präses und wechselt 1849 als Domvikar nach Köln. Hier sammelt er weitere Gesellen um sich. Aus der Kölner Gründung erwächst eine Bewegung, die sich schnell ausbreitet. Der Sozialreformer Kolping gibt ihr das geistige Konzept, der Seelsorger Kolping die religiöse Mit­te, der Publizist Kolping die öffentliche Wirkung. Am 27.Oktober 1991 wird Adolph Kolping von Papst Johannes Paul II. in Rom seliggesprochen.

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Matthias Weber (ehemaliges Vorstandsmitglied der Kolpingsfamilie) blickte beim Seniorenakademie-Nachmittag zurück auf die einstigen Aktivitäten der Kolpingsfamilie, die sich 2019 auflöste. Schließlich übergab er der Seniorenakademie eine Spende für ihre Arbeit. Im Hintergrund ist eine Aufnahme von 1934 zu sehen, die die Mandolinen-Gruppe unter Leitung von Rektor Geißler zeigt. Foto: Rolf Schmidt-Markoski
1934 Theatergruppe der Kolpingsfamilie. Das Foto stammt von Hubert Oswald (Krunkel).
Das „Comedy-Duo“ Jürgen Becker und Werner Klein beim Kolpings-Ball in den 1980er Jahren. Foto: Rolf Schmidt-Markoski